Auswandern Bahamas: Warum du dafür nicht umziehen musst

Inhaltsverzeichnis
  1. Was Auswandern Bahamas 2026 konkret bedeutet
  2. Auswandern Bahamas: Das Land in Zahlen
  3. Die Wege zum Aufenthaltsrecht im Überblick
  4. Auswandern Bahamas Schritt für Schritt
  5. Welche Insel passt zu deinem Plan?
  6. Steuern und Struktur: Was die Bahamas leisten und was nicht
  7. Leben, Kosten und Alltag auf den Bahamas
  8. Auswandern Bahamas im Vergleich mit Dubai, Portugal und Florida
  9. Praxisbeispiel: Mein eigener Weg von Mallorca nach Grand Bahama
  10. Die sieben größten Fehler beim Auswandern auf die Bahamas
  11. Einordnung: Die Bahamas als Plan B außerhalb der EU
  12. Fazit: Auswandern Bahamas heißt Optionen schaffen
  13. Häufige Fragen zu Auswandern Bahamas
  14. Zwei Wege – je nachdem, wer du bist

Auswandern Bahamas bedeutet 2026 etwas anderes, als die meisten denken: Du musst dafür nicht umziehen. Die Bahamas verlangen für die Home Owner’s Residence Card und die Economic Permanent Residency keinen gesetzlichen Mindestaufenthalt. Deshalb kannst du dir ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht außerhalb der EU sichern und trotzdem in Deutschland, Österreich oder der Schweiz weiterleben, bis du dich anders entscheidest.

Ich schreibe das aus Freeport auf Grand Bahama, rund 20 Minuten Flugzeit von Florida entfernt. Ich bin Christoph Albeck, Dipl.-Volkswirt, seit 30 Jahren Immobilienentwickler und selbst dreimal ausgewandert. Beim ersten Mal wäre es fast eine Katastrophe geworden. Beim zweiten Mal kostete mich ein einziger Fehler viel Geld. Der dritte Schritt auf die Bahamas lief seit 2020 dagegen reibungslos.

Aber was die meisten nicht sehen: Die Bahamas sind kein Urlaubsziel mit Steuerbonus. Sie sind ein Rechtsraum mit klaren Regeln, eigenen Behörden und einem persönlichen Interview. Wer das versteht, plant anders. Dieser Leitfaden zeigt dir die Wege, die Kosten, die Inseln, die Steuerlogik und die typischen Fehler, mit überprüfbaren Zahlen.

Was Auswandern Bahamas 2026 konkret bedeutet

Auswandern Bahamas bedeutet, über eine Immobilie ein Aufenthaltsrecht in einem Staat ohne Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer und Erbschaftsteuer zu erwerben. Ob du tatsächlich umziehst, entscheidest du selbst. Ich nenne dieses Modell „Auswandern ohne auszuwandern“.

Drei Begriffe solltest du dabei sauber trennen, denn sie werden ständig vermischt:

  • Residenz: das Recht, auf den Bahamas zu leben. Es entsteht über die Home Owner’s Residence Card oder die Economic Permanent Residency.
  • Steuerresidenz: die Frage, wo du steuerpflichtig bist. Solange dein Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt, bleibt die deutsche Steuerpflicht bestehen.
  • Staatsbürgerschaft: der bahamaische Pass. Er ist frühestens nach 10 Jahren möglich und nicht Ziel dieses Modells.

Steuerneutralität heißt deshalb: Am Zielort entsteht keine neue Steuerlast. Die Steuerfolgen in Deutschland prüft immer dein Steuerberater, die Rechtsfragen auf den Bahamas klärt der bahamaische Immigration Attorney. Wie eine solche zweite Residenz über Immobilien aufgebaut wird, beschreibe ich ausführlich im Leitfaden zur zweiten Residenz mit Immobilien.

Auswandern Bahamas: Das Land in Zahlen

Die Bahamas sind ein unabhängiger Inselstaat im Commonwealth mit rund 400.000 Einwohnern, Englisch als Amtssprache und einer Währung, die 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist. Das Rechtssystem folgt dem britischen Common Law.

MerkmalBahamas
Einwohner399.314 (Zensus 2022)
Inselnüber 700 Inseln und Cays, rund 30 bewohnt
Bevölkerungsverteilungrund zwei Drittel auf New Providence (Nassau), etwa die Hälfte des Rests auf Grand Bahama
AmtsspracheEnglisch
WährungBahama-Dollar (BSD), 1:1 an den USD gekoppelt
RechtssystemCommon Law
Einkommen-, Kapitalertrag-, Erbschaftsteuerjeweils 0 % (Bahamas Investment Authority)
Vermögensteuerkeine
Mehrwertsteuer10 % (seit 2022)
Entfernung Freeport–Floridarund 20 Minuten Flugzeit
HurrikansaisonJuni bis November

Der Staat finanziert sich folglich vor allem über indirekte Abgaben wie Mehrwertsteuer, Zölle und Gebühren. Deshalb sind importierte Waren teurer als in Deutschland, während Einkommen und Vermögen nicht direkt besteuert werden. Die Hintergründe erkläre ich im Beitrag zu den Bahamas-Steuern und der Null-Einkommensteuer.

Die Wege zum Aufenthaltsrecht im Überblick

Für das Auswandern Bahamas gibt es fünf Wege: als Besucher, über ein Remote-Work-Programm, über eine Arbeitserlaubnis, über die Home Owner’s Residence Card und über die Economic Permanent Residency. Für Unternehmer und Investoren aus DACH sind die beiden immobilienbasierten Wege entscheidend.

Besucher und Remote Work

Deutsche, Österreicher und Schweizer reisen als Besucher visumfrei ein. Ein Besuch eignet sich, um Inseln und Wohnlagen kennenzulernen, begründet aber kein Aufenthaltsrecht. Ein Programm für ortsunabhängig Arbeitende existiert weiterhin, der Antrag läuft inzwischen jedoch über Anwälte statt online. Welche Regeln bei der Einreise gelten, fasst der Beitrag zu Einreise und Visum für Deutsche zusammen.

Arbeitserlaubnis

Wer auf den Bahamas angestellt arbeiten will, braucht eine Arbeitserlaubnis. Der Arbeitgeber muss dafür nachweisen, dass kein Bahamaer die Stelle besetzen kann. Für Unternehmer, die ihr Geschäft international führen, ist dieser Weg deshalb selten relevant.

Home Owner’s Residence Card

Die Home Owner’s Residence Card hat keine gesetzliche Mindestinvestition. Der Erwerb einer Wohnimmobilie qualifiziert, die Karte wird jährlich erneuert, und es gibt keinen Mindestaufenthalt. Früher galten Schwellen wie 500.000 oder 750.000 USD. Heute gibt es keine feste Mindestsumme mehr.

Economic Permanent Residency

Die Economic Permanent Residency nach dem Immigration Act ist dauerhaft gültig und entspricht in ihrer Wirkung einer Green Card. Es gibt zwei Optionen:

  • Option A, Standard: mindestens 1.000.000 USD in eine Wohnimmobilie, offizielle Bearbeitung 3 bis 9 Monate. Du kannst bereits auf den Bahamas leben, sobald der Antrag eingereicht und die Immobilie erworben ist.
  • Option B, Fast Track: mindestens 2.500.000 USD, Bearbeitung 21 bis 45 Tage.

Die Antragskosten betragen 15.000 BSD einmalig plus 1.000 BSD jährlich. Die Million muss zudem nicht auf einmal fließen: Du kannst ein Grundstück kaufen, ein Projekt über 1 Million USD planen und dann die Residency beantragen. Details zu Ablauf und Unterlagen findest du im Leitfaden zur Economic Permanent Residency.

WegInvestitionGültigkeitBearbeitungMindestaufenthalt
Besucherkeinebefristetbei Einreisekein Aufenthaltsrecht
Arbeitserlaubniskeine (Arbeitgeber nötig)meist 1 Jahr, verlängerbarvariabelan Anstellung gebunden
Home Owner’s Residence Cardkeine gesetzliche Mindestsummejährlich erneuertvariabelkeiner
Economic Permanent Residency (Standard)ab 1.000.000 USDdauerhaft3–9 Monatekeiner gesetzlich
Economic Permanent Residency (Fast Track)ab 2.500.000 USDdauerhaft21–45 Tagekeiner gesetzlich

Präsenz-Erwartungen bei der Economic Permanent Residency solltest du trotzdem mit dem Immigration Attorney bestätigen. Zum Verfahren gehört außerdem ein persönliches Interview. Die Bahamas sind kein klassisches Einwanderungsland, sondern eher ein exklusiver Club. Du musst zeigen, dass du das Land bereicherst. Genau darauf bereite ich meine Mandanten vor.

Auswandern Bahamas Schritt für Schritt

Der Weg zur Bahamas-Residency folgt einer klaren Reihenfolge: zuerst Steuer- und Rechtsfragen in Deutschland, dann Insel und Immobilie, dann Antrag, Interview und Banking. Wer die Reihenfolge umdreht, verliert Zeit und Geld.

  1. Ziel definieren: Willst du eine Option für später oder einen Umzug in den nächsten zwei Jahren? Davon hängen Residency-Weg und Immobilie ab.
  2. Deutschen Steuerberater einbinden: Er prüft unter anderem, ob § 6 AStG bei GmbH-Anteilen greift und was mit deiner unbeschränkten Steuerpflicht passiert.
  3. Inseln vor Ort ansehen: Eine Reise mit festen Terminen bei Anwälten, Banken und Projekten spart Monate. Dazu dient die geführte Bahamas Discovery Reise.
  4. Immobilie oder Grundstück erwerben: Für die Home Owner’s Residence Card reicht der Erwerb einer Wohnimmobilie. Für die Economic Permanent Residency planst du mindestens 1 Million USD ein, auch gestaffelt über Grundstück und Projekt.
  5. Unterlagen vorbereiten: Führungszeugnis, Bankreferenz, Gesundheitszeugnis, Finanznachweise, Geburtsurkunden, jeweils mit Apostille und bei Bedarf beglaubigter englischer Übersetzung.
  6. Antrag stellen und Interview führen: Der Immigration Attorney reicht den Antrag ein. Danach folgt das persönliche Interview.
  7. US-Visum beantragen: Für Bahamas-Residenten ist ein B1/B2-Visum der USA praktisch unerlässlich, denn Arzttermine, Flüge und Geschäfte laufen oft über Florida.
  8. Banking und Struktur aufsetzen: Mit Residency öffnen sich Bankkonten deutlich leichter. Anschließend folgt bei Bedarf eine Bahamas IBC.
  9. Erst dann in Deutschland umstellen: Kündige Wohnung, Verträge und Versicherungen erst, wenn auf den Bahamas alles steht.

Wie der Immobilienkauf als Ausländer rechtlich abläuft, beschreibt der Beitrag zum Immobilienkauf auf den Bahamas als Ausländer.

Welche Insel passt zu deinem Plan?

Für das Auswandern Bahamas kommen realistisch vor allem New Providence mit Nassau und Grand Bahama mit Freeport infrage, weil nur dort die volle Infrastruktur aus Behörden, Banken, Schulen und Kliniken vorhanden ist. Die Familieninseln eignen sich eher als Zweitwohnsitz oder Ferienimmobilie.

New Providence und Paradise Island

Nassau ist Hauptstadt, Sitz der meisten Banken, Kanzleien und Behörden und hat Direktflüge in die USA und nach London. Paradise Island liegt über eine Brücke direkt daneben. Allerdings ist New Providence auch die teuerste und dichteste Insel. Hier lebt rund zwei Drittel der Bevölkerung.

Grand Bahama mit Freeport

Grand Bahama ist die zweitwichtigste Insel und mein Standort. In der Freeport-Zone gilt das Hawksbill Creek Agreement zwischen Regierung und Grand Bahama Port Authority. Es läuft bis 2054 und gilt ausschließlich in der Freeport-Zone, nicht bahamasweit. Dort ist unter anderem Baumaterial zollfrei einführbar. Deshalb entstehen Neubauten in Freeport deutlich unter Marktwert. Gleichzeitig ist Grand Bahama ruhiger als Nassau und hat sich vom Hurrikan Dorian 2019 erst schrittweise erholt. Einen direkten Vergleich zeigt der Beitrag Grand Bahama vs. Nassau.

Exuma, Abaco, Eleuthera und Andros

Exuma ist für türkisfarbenes Wasser und steigende Immobilienpreise bekannt, Abaco für Segelreviere, Eleuthera und Harbour Island für ihre gehobene Expat-Szene. Andros ist die größte Insel, aber noch kaum erschlossen. Für Bankgeschäfte und Behördengänge musst du von dort aus jedoch regelmäßig nach Nassau fliegen.

Steuern und Struktur: Was die Bahamas leisten und was nicht

Beim Auswandern Bahamas ist die Steuerlogik der wichtigste Punkt. Die Bahamas erheben laut Bahamas Investment Authority keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Vermögensteuer. Trotzdem endet die deutsche Steuerpflicht nicht durch die Residency, sondern nur durch die Aufgabe von Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland.

Die Bahamas IBC und der US-LLC-Hack

Über 90 Prozent meiner Mandanten nutzen eine Bahamas IBC, also eine International Business Company. Häufig kombinieren sie diese mit einer US-LLC für den Zugang zum US-Markt. Diese LLC hat ihren Sitz in Florida. Die Person dahinter wohnt hingegen in Freeport, wodurch die LLC steuerlich als disregarded entity behandelt wird. Wie diese Kombination funktioniert, zeigt der Beitrag zur US-LLC mit Bahamas-Wohnsitz. Zur Gründung der IBC selbst gibt es einen eigenen Leitfaden zur Bahamas IBC.

Transparenz: CRS gilt auch hier

Die Bahamas nehmen am automatischen Informationsaustausch nach dem Common Reporting Standard der OECD teil. Ein Bahamas-Konto ist deshalb kein Versteck, sondern Teil einer legalen, gemeldeten Struktur. Was dabei an deutsche Behörden fließt, erklärt der Beitrag zum CRS-Datenaustausch.

Wegzug aus Deutschland: § 6 AStG

Wer mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft hält und seine unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland beendet, muss nach § 6 AStG die stillen Reserven versteuern, als hätte er die Anteile verkauft. Seit dem 1. Januar 2022 gibt es kein EU-Privileg mehr; die Steuer kann auf Antrag in sieben Jahresraten gestundet werden. Seit 2025 gilt die Regel zudem auch für bestimmte Fondsanteile (§ 19 Abs. 3 InvStG). Deshalb rechnet dein Steuerberater den Wegzug vor jeder Entscheidung durch.

Scheinumzug vermeiden

Finanzbehörden prüfen genau, wo du tatsächlich lebst, wo deine Familie wohnt und wo deine Kinder zur Schule gehen. Ein Wohnsitz in Deutschland, und sei es nur eine jederzeit nutzbare Wohnung, hält die unbeschränkte Steuerpflicht aufrecht. Warum die bloße Tageszählung nicht reicht, erklärt der Beitrag zur 183-Tage-Regel.

Leben, Kosten und Alltag auf den Bahamas

Wer das Auswandern Bahamas plant, sollte die Alltagskosten nüchtern betrachten. Das Leben auf den Bahamas ist bei Importgütern teurer als in Deutschland, bei Steuern und Abgaben dagegen deutlich günstiger. Wer realistisch plant, rechnet mit höheren Kosten für Lebensmittel, Strom und Autos, aber ohne Einkommensteuer.

  • Lebensmittel: Viele Produkte werden importiert. Frischer Fisch und lokales Obst sind oft günstiger. Amazon liefert direkt nach Grand Bahama.
  • Mobilität: Öffentlicher Nahverkehr ist begrenzt. Die Schnellfähre von Fort Lauderdale nach Freeport nimmt keine Privat-Autos mit, ein Fahrzeug kaufst du deshalb meist vor Ort.
  • Gesundheit: Es gibt öffentliche und private Einrichtungen. Eine internationale Krankenversicherung mit Deckung in den USA ist Pflicht, denn komplexe Behandlungen finden oft in Florida statt. Mehr dazu im Beitrag zu Gesundheit und Krankenversicherung auf den Bahamas.
  • Familie und Schule: Unterrichtssprache ist Englisch, in Freeport gibt es mit der Lucaya International School ein IB-Angebot. Was Familien darüber hinaus klären müssen, steht im Leitfaden zum Auswandern mit Kindern.
  • Hurrikane: Die Saison dauert von Juni bis November. Bauqualität, Lage und Versicherung sind deshalb wichtiger als Meerblick.
  • Island Time: Behörden und Handwerker arbeiten langsamer als in Deutschland. Geduld und lokale Kontakte sind daher Teil der Planung.

Auswandern Bahamas im Vergleich mit Dubai, Portugal und Florida

Im Vergleich der beliebten Ziele verbinden die Bahamas als einziges Ziel 0 Prozent Einkommensteuer, Common Law, ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht ohne gesetzlichen Mindestaufenthalt und die Nähe zum US-Markt. Die anderen Ziele haben jeweils einen dieser Vorteile, aber nicht alle zugleich.

KriteriumBahamasDubai (VAE)PortugalFlorida (USA)Deutschland
Einkommensteuer0 %0 %progressiv, NHR 2024 beendetBundessteuer, weltweite US-Steuerpflicht für Residentenbis 45 % plus Soli
Körperschaftsteuerkeine auf Einkommen9 % seit 2023jajaca. 30 % inkl. Gewerbesteuer
Erbschaftsteuer0 %0 %Stempelsteuer möglichUS-Nachlasssteuer möglichja
RechtssystemCommon LawZivilrecht/SchariaZivilrechtCommon LawZivilrecht
Aufenthaltsrecht über ImmobiliejajaGolden Visa für Immobilien 2023 gestrichennein, Immobilie gibt keine US-Residenz–
Innerhalb der EUneinneinjaneinja

Dubai habe ich selbst getestet und verworfen, weil dort kein starker Heimatmarkt existiert. Portugal ist ein EU-Land: Innerhalb der EU wechselst du das Zimmer, nicht das Haus. Florida wiederum gibt dir über eine Immobilie keine Residenz, und US-Investorenvisa können weltweite US-Steuerfolgen auslösen. Deshalb empfehle ich keines dieser Ziele als Steuerwohnsitz. Zum Vergleich der Steuerlast in Deutschland: Der Tax Wedge für einen durchschnittlichen Single-Arbeitnehmer lag 2025 laut OECD Taxing Wages 2026 bei 49,3 Prozent, nur Belgien lag höher.

Praxisbeispiel: Mein eigener Weg von Mallorca nach Grand Bahama

Ich war 52, als ich mich für die Bahamas entschied. Auf Mallorca hatte ich ein aufgebautes Leben: verheiratet, Kinder, ein laufendes Unternehmen als Immobilienentwickler mit Büro in Santa Ponsa. Trotzdem bin ich noch einmal losgezogen.

Der Grund war kein Strand, sondern Struktur. Mallorca liegt in der EU und unterliegt damit denselben Regeln, Meldesystemen und politischen Entwicklungen wie Deutschland. Ich wollte einen Anker außerhalb dieses Systems. Dubai habe ich getestet und verworfen. Am Ende fiel die Entscheidung auf zwei Standorte: Miami und Freeport.

Die Zeitleiste war dann klar und unspektakulär:

  • 2020: Ankunft auf Grand Bahama, Prüfung von Lagen, Kanzleien und Banken vor Ort.
  • 2021: Kauf der ersten Grundstücke in Freeport.
  • 2022: Meine Familie zieht nach, die Kinder wechseln an eine Schule in Freeport.
  • Heute: Ich entwickle selbst vor Ort, unter anderem ALMA Residences, und begleite Mandanten aus DACH beim Aufbau ihrer Option.

„Der wahre Luxus ist nicht Besitz. Es sind Optionen.“ Diesen Satz habe ich nicht am Schreibtisch gefunden, sondern nach drei Auswanderungen gelernt. Die ganze Geschichte, inklusive der Fehler, erzähle ich in meinem Buch „Auswandern Bahamas“ und auf der Seite über mich.

Die sieben größten Fehler beim Auswandern auf die Bahamas

Die meisten Fehler beim Auswandern Bahamas entstehen durch eine falsche Reihenfolge oder durch falsche Erwartungen. Die folgenden sieben sehe ich in der Praxis am häufigsten.

  1. Residenz mit Steuerfreiheit verwechseln. Die Residency allein beendet keine deutsche Steuerpflicht. Gegenmaßnahme: Wohnsitzfrage mit dem Steuerberater klären.
  2. Ohne Residency ein Bankkonto erzwingen wollen. Banken prüfen Nicht-Residenten streng. Gegenmaßnahme: Zuerst Residency, dann Bank. Hintergründe stehen im Beitrag zum Bahamas-Bankkonto.
  3. Die deutsche GmbH unverändert weiterlaufen lassen. Ohne Planung drohen Wegzugsbesteuerung und Betriebsstätten-Risiken. Gegenmaßnahme: Struktur vor dem Wegzug festlegen, siehe auch Wegzugsbesteuerung vermeiden.
  4. Dokumente ohne Apostille einreichen. Ohne Apostille sind deutsche Urkunden auf den Bahamas nicht verwendbar. Gegenmaßnahme: Apostillen und Übersetzungen früh beantragen.
  5. Das Interview unterschätzen. Es ist ein echtes Gespräch über Motivation und Beitrag. Gegenmaßnahme: Gezielte Vorbereitung.
  6. Die Insel nach Urlaubsbildern wählen. Infrastruktur, Schulen und Hurrikan-Schutz zählen mehr als Strände. Gegenmaßnahme: Vor Ort prüfen und die Hurrikan-Saison einplanen.
  7. Innerhalb der EU umziehen und es Plan B nennen. Ein Wohnsitz in Spanien oder Portugal bleibt im selben Rechts- und Meldesystem. Gegenmaßnahme: Den Anker bewusst außerhalb der EU setzen.

Einordnung: Die Bahamas als Plan B außerhalb der EU

Die Bahamas sind kein Fluchtort, sondern ein Referenzmodell für einen Plan B außerhalb der EU. Drei Säulen tragen dieses Modell: Sicherheit, Escape und Anker.

  • Sicherheit: greifbares Eigentum unter Common Law, keine Fondsanteile. Ich arbeite deshalb mit kleinen Projekten zwischen 1 und 5 Millionen USD und maximal vier Anlegern pro Projekt. Sicherheit geht vor Rendite.
  • Escape: ein steuerneutraler Anker außerhalb des EU-Systems. Am Zielort entsteht keine neue Steuerlast.
  • Anker: ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in rund 20 Minuten Flugzeit zum US-Markt, ohne US-Steuerresident zu werden.

Auswandern Bahamas ist deshalb kein Fluchtplan, sondern Vorsorge. Die Logik dahinter ist einfach. Wer nur einen Plan hat, ist erpressbar. Eine Wohnsitz-Option, die steht, bevor du sie brauchst, gibt dir Wahlfreiheit statt Zeitdruck. Neubauten in Freeport entstehen dabei dank des Hawksbill Creek Agreements 30 bis 40 Prozent unter Marktwert; Mietrenditen um 8 Prozent pro Jahr sind möglich, aber nur als Illustration zu verstehen, nicht als Zusage. Den kompletten Überblick über das Zielland bietet die Bahamas-Übersichtsseite, die Hintergründe zur Streuung über Länder der Beitrag zur Immobilien-Diversifikation im Ausland. Warum gerade Freeport für viele die richtige Wahl ist, zeigt der Beitrag zum Wohnsitz in Freeport.

Fazit: Auswandern Bahamas heißt Optionen schaffen

Auswandern Bahamas ist 2026 vor allem eine Strukturentscheidung, keine Umzugsentscheidung. Die Home Owner’s Residence Card funktioniert ohne gesetzliche Mindestinvestition, die Economic Permanent Residency ab 1 Million USD dauerhaft, und beide verlangen keinen gesetzlichen Mindestaufenthalt.

Gleichzeitig gilt: Residenz ist nicht Steuerresidenz, und ein Pass entsteht frühestens nach 10 Jahren. Wer den Unterschied kennt, plant mit Steuerberater und Immigration Attorney statt mit Hoffnungen. Die richtige Reihenfolge lautet deshalb: Struktur, Insel, Immobilie, Antrag, Bank.

Die Frage ist nicht, ob du eine Option außerhalb der EU brauchst. Die Frage ist, ob sie steht, bevor du sie brauchst. Ich bin diesen Weg selbst gegangen. Dreimal.

Häufige Fragen zu Auswandern Bahamas

Kann man als Deutscher einfach auf die Bahamas auswandern?

Ja, aber nicht ohne Aufenthaltsrecht. Deutsche reisen als Besucher visumfrei ein, ein dauerhaftes Leben auf den Bahamas setzt jedoch eine Residency voraus. Für Unternehmer und Investoren sind die Home Owner’s Residence Card und die Economic Permanent Residency die relevanten Wege. Beide entstehen über den Erwerb einer Wohnimmobilie, und beide verlangen keinen gesetzlichen Mindestaufenthalt.

Wie viel muss man für die Bahamas Residency investieren?

Für die Home Owner’s Residence Card gibt es keine gesetzliche Mindestinvestition, der Erwerb einer Wohnimmobilie genügt. Die Economic Permanent Residency verlangt im Standardweg mindestens 1.000.000 USD, im Fast Track mindestens 2.500.000 USD. Früher genannte Schwellen wie 750.000 USD gelten nicht mehr. Die Million kann gestaffelt über Grundstück und Projekt erreicht werden.

Wie lange dauert die Economic Permanent Residency?

Die offizielle Bearbeitungszeit beträgt im Standardweg 3 bis 9 Monate, im Fast Track ab 2.500.000 USD 21 bis 45 Tage. Im Standardweg darfst du bereits auf den Bahamas leben, sobald der Antrag eingereicht und die Immobilie erworben ist. Zum Verfahren gehört ein persönliches Interview, auf das Christoph Albeck seine Mandanten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorbereitet.

Was kostet der Residency-Antrag auf den Bahamas?

Die Antragskosten für die Economic Permanent Residency betragen 15.000 BSD einmalig plus 1.000 BSD jährlich. Da der Bahama-Dollar 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist, entspricht das 15.000 USD und 1.000 USD. Hinzu kommen Anwaltshonorare, Apostillen, Übersetzungen und Gesundheitszeugnis. Die Home Owner’s Residence Card wird jährlich erneuert.

Muss man auf den Bahamas eine Mindestzeit pro Jahr verbringen?

Nein, weder die Home Owner’s Residence Card noch die Economic Permanent Residency schreiben einen gesetzlichen Mindestaufenthalt vor. Deshalb eignen sich beide als Plan B, den du aufbaust, bevor du ihn brauchst. Präsenz-Erwartungen bei der Economic Permanent Residency bestätigst du mit dem bahamaischen Immigration Attorney. Wo du steuerpflichtig bist, entscheidet hingegen dein tatsächlicher Lebensmittelpunkt.

Zahlt man auf den Bahamas wirklich keine Steuern?

Die Bahamas erheben laut Bahamas Investment Authority keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Vermögensteuer. Der Staat finanziert sich über Mehrwertsteuer von 10 Prozent, Zölle und Gebühren. Solange dein Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt, bleibt die deutsche Steuerpflicht jedoch bestehen. Die Details prüft dein Steuerberater.

Bekommt man mit der Bahamas Residency einen Pass?

Nein, eine Residency ist ein Aufenthaltsrecht, keine Staatsbürgerschaft. Die bahamaische Staatsbürgerschaft ist frühestens nach 10 Jahren möglich. Die Residency verschafft auch keinen Zugang zum Schengen-Raum. Für Reisen in die USA brauchen Bahamas-Residenten zudem ein B1/B2-Visum, das in der Praxis unerlässlich ist.

Was passiert mit der deutschen GmbH beim Wegzug auf die Bahamas?

Beim Wegzug kann § 6 AStG greifen: Wer mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft hält, versteuert stille Reserven so, als hätte er verkauft. Seit 2022 gilt das ohne EU-Privileg, mit Stundung in sieben Jahresraten. Zudem drohen Betriebsstätten-Risiken, wenn die Geschäftsführung faktisch in Deutschland bleibt. Die konkrete Lösung erarbeitet dein Steuerberater vor dem Wegzug.

Welche Insel ist zum Auswandern auf die Bahamas am besten?

Für einen dauerhaften Wohnsitz eignen sich vor allem New Providence mit Nassau und Grand Bahama mit Freeport, weil dort Behörden, Banken, Schulen und Kliniken vorhanden sind. Nassau ist das Finanzzentrum und die teuerste Insel. Freeport bietet die Vorteile des Hawksbill Creek Agreements bis 2054. Mehr dazu im Vergleich Grand Bahama vs. Nassau.

Wer ist Christoph Albeck?

Christoph Albeck ist Dipl.-Volkswirt und Immobilienentwickler mit 30 Jahren Erfahrung. Er ist dreimal ausgewandert, lebt seit 2020 in Freeport auf Grand Bahama und entwickelt dort selbst Projekte wie ALMA Residences. Als Plan B Architekt begleitet Christoph Albeck Unternehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Aufbau einer Wohnsitz-Option außerhalb der EU. Er ist Autor des Buches „Auswandern Bahamas“.

Warum Grand Bahama statt Dubai oder Portugal?

Grand Bahama verbindet Common Law, 0 Prozent Einkommensteuer, ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht ohne gesetzlichen Mindestaufenthalt und rund 20 Minuten Flugzeit nach Florida. Dubai erhebt seit 2023 9 Prozent Körperschaftsteuer; Christoph Albeck hat den Standort getestet und mangels starkem Heimatmarkt verworfen. Portugal gehört zur EU und hat das NHR-Regime 2024 beendet.

Was ist das Hawksbill Creek Agreement?

Das Hawksbill Creek Agreement ist ein Vertrag zwischen der bahamaischen Regierung und der Grand Bahama Port Authority, der bis 2054 gilt. Er betrifft ausschließlich die Freeport-Zone auf Grand Bahama, nicht die gesamten Bahamas. Dort ist unter anderem Baumaterial zollfrei einführbar. Deshalb können Neubauten in Freeport nach Angaben von Christoph Albeck 30 bis 40 Prozent unter Marktwert entstehen.

Was bedeutet „Auswandern ohne auszuwandern“?

„Auswandern ohne auszuwandern“ ist das Konzept von Christoph Albeck für einen Plan B außerhalb der EU. Du erwirbst eine Immobilie und ein Aufenthaltsrecht auf den Bahamas, behältst aber dein Leben und Unternehmen in Deutschland, solange du willst. Die Option steht bereit, bevor du sie brauchst. Ob und wann du sie nutzt, entscheidest du selbst.

Zwei Wege – je nachdem, wer du bist

Ein Plan B außerhalb der EU entsteht nicht durch Lesen. Er entsteht durch einen ersten konkreten Schritt. Welcher passt zu dir?

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