Grand Bahama Investment 2026: Was hinter den Schlagzeilen steckt

Inhaltsverzeichnis
  1. Grand Bahama Investment 2026: Die belegten Projekte im Überblick
  2. Tourismus und Kreuzfahrt: Was die Besucherzahlen zeigen
  3. Infrastruktur: Flughafen, Werft und Strom
  4. Was das Grand Bahama Investment für Immobilien bedeutet
  5. Freeport-Zone und Steuern: Was gilt und was nicht
  6. Praxisbeispiel: Ein Investor, der die Schlagzeilen geprüft hat
  7. Risiken: Was gegen einen schnellen Einstieg spricht
  8. Einordnung: Grand Bahama als Anker für deinen Plan B außerhalb der EU
  9. Fazit: Die Insel bewegt sich – prüfe die Zahlen, nicht die Schlagzeilen
  10. Häufige Fragen zu Grand Bahama Investment
  11. Zwei Wege – je nachdem, wer du bist

Ich schreibe diese Zeilen in Freeport auf Grand Bahama, rund 20 Minuten Flugzeit von Florida entfernt. Seit Monaten höre ich dieselbe Frage: Was ist dran am Grand Bahama Investment-Boom, von dem plötzlich alle reden? Kreuzfahrtkonzerne bauen, der Flughafen wird neu errichtet, die Werft bekommt neue Docks, und die Regierung hat das Stromnetz übernommen. Auf Partys und in Chatgruppen wird daraus schnell eine Geschichte von „Hunderten Millionen“ und „Wertverdopplung“.

Ich lebe seit 2020 auf der Insel und entwickle hier selbst Wohnprojekte. Deshalb sehe ich die Baustellen nicht in Schlagzeilen, sondern auf dem Weg ins Büro. Und ich kann bestätigen: Auf Grand Bahama passiert gerade mehr als in den zwei Jahrzehnten davor. Gleichzeitig kursieren Zahlen, die so nicht stimmen – auch in älteren Beiträgen auf diesem Blog.

Aber was die meisten nicht sehen: Für einen Investor aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz zählt nicht die Größe der Schlagzeile, sondern die Frage, welche Projekte belegt sind, was sie für Wohnraum und Mieten bedeuten und wo die Grenzen liegen. Genau das ordne ich hier ein – mit Stand Oktober 2026, mit Quellen und ohne Renditeversprechen.

Grand Bahama Investment 2026: Die belegten Projekte im Überblick

Stand Oktober 2026 sind auf Grand Bahama fünf große Vorhaben belegt: Carnivals Celebration Key, das geplante MSC-Kreuzfahrtterminal im Hafen von Freeport, der Neubau des Grand Bahama International Airport, die Erweiterung der Grand Bahama Shipyard und die Übernahme der Grand Bahama Power Company durch die Regierung.

Nach Angaben der Regierung der Bahamas hat Grand Bahama seit 2021 Investitionen und Zusagen von über 3,5 Milliarden USD angezogen, unter anderem in Tourismus, Schifffahrt, Energie und Gesundheit (zitiert u. a. von The Rio Times, 2026). Diese Summe umfasst allerdings auch Absichtserklärungen. Deshalb arbeite ich im Folgenden nur mit Einzelprojekten, deren Volumen und Status öffentlich dokumentiert sind.

ProjektTrägerVolumenStatus Oktober 2026Quelle
Celebration Key (Kreuzfahrtdestination)Carnival Cruise Linerund 600 Mio. USDeröffnet im Juli 2025; über 1 Mio. Gäste bis Dezember 2025Cruise Mapper 2025, Caribbean Journal 12/2025
Kreuzfahrtterminal im Hafen von FreeportMSC Cruisesrund 450 Mio. USDangekündigt, mehrere Liegeplätze auf einer bestehenden künstlichen Insel im HafenCaribbean Journal 04/2026
Grand Bahama International Airport, Phase 1Regierung, Betreiber Manchester Airports Grouprund 130 Mio. USDArbeiten seit Januar 2026; Terminal mit US-Preclearance geplantThe Nassau Guardian 02/2026
Grand Bahama Shipyard, zwei neue SchwimmdocksCarnival, Royal Caribbean, seit 2025 auch MSCrund 600 Mio. USDDock „East End“ seit Januar 2026 in Betrieb, größeres Dock „Lucayan“ für 2026 erwartetGrand Bahama Shipyard, Maritime Executive 07/2025
Übernahme der Grand Bahama Power CompanyRegierung der Bahamas (von Emera)Kaufpreis nicht veröffentlichtabgeschlossen im Mai 2026; Ziel: im Schnitt 37 % niedrigere StromkostenThe Tribune 05/2026

Die Zahl „550 Millionen“, die lange im Titel dieses Beitrags stand, setzte sich aus dem MSC-Terminal und einer früheren Schätzung für den Flughafen zusammen. Sie ist heute überholt. Das Gesamtbild ist größer, aber auch differenzierter. Wer die Insel grundsätzlich kennenlernen will, findet die Grundlagen im Beitrag über Grand Bahama.

Tourismus und Kreuzfahrt: Was die Besucherzahlen zeigen

Grand Bahama hat 2025 erstmals seit mehr als 22 Jahren wieder über eine Million Besucher empfangen, insgesamt rund 1,1 Millionen (Caribbean Journal, Februar 2026). Treiber ist vor allem der Kreuzfahrttourismus.

Celebration Key

Carnival hat Celebration Key im Juli 2025 eröffnet; die Baukosten lagen bei rund 600 Millionen USD. Bereits im Dezember 2025 meldete die Destination den millionsten Gast. Für die Insel bedeutet das täglich mehrere Schiffsanläufe, neue Arbeitsplätze und Aufträge für lokale Dienstleister. Gleichzeitig gilt: Kreuzfahrtgäste übernachten nicht auf der Insel. Ihr direkter Effekt auf Ferienwohnungen ist deshalb kleiner, als oft behauptet wird.

Flugankünfte

Die Flugankünfte stiegen 2025 laut Caribbean Journal um rund 20 % gegenüber 2024 und lagen damit mehr als 30 % über dem Niveau von 2019. Für Immobilien ist diese Zahl wichtiger als die Kreuzfahrtstatistik. Flugreisende übernachten, kommen wieder und kaufen im besten Fall selbst. Ältere Angaben von „über 30 % Plus in einem Jahr“ verwechseln häufig den Vorjahresvergleich mit dem Vergleich zu 2019.

Das MSC-Terminal in Freeport

MSC Cruises plant laut Caribbean Journal (April 2026) ein Kreuzfahrtterminal für rund 450 Millionen USD im Hafen von Freeport. Es soll auf einer bestehenden künstlichen Insel entstehen und mehrere Liegeplätze, Gastronomie, Unterhaltung und ein Logistikzentrum für Landausflüge umfassen. Ein Eröffnungstermin ist nicht veröffentlicht. Folglich gehört das Projekt in jede Analyse, aber noch nicht in jede Renditerechnung.

Infrastruktur: Flughafen, Werft und Strom

Die drei Infrastrukturprojekte auf Grand Bahama sind für Immobilieninvestoren wichtiger als jede Kreuzfahrtmeldung, weil sie dauerhafte Arbeitsplätze, Erreichbarkeit und Betriebskosten verändern.

Grand Bahama International Airport

Der Flughafen ist seit Hurrikan Dorian im Jahr 2019 ein Provisorium. Im Februar 2026 bestätigte die Regierung, dass die Manchester Airports Group den neuen Flughafen betreiben und entwickeln wird. Die erste Phase kostet rund 130 Millionen USD; die Arbeiten begannen im Januar 2026 (The Nassau Guardian, 13. Februar 2026). Geplant sind ein modernes Terminal mit US-Preclearance, mehr Vorfeldfläche, besserer Hochwasserschutz und eine Luftfracht-Komponente. US-Preclearance bedeutet: Reisende erledigen die US-Einreise bereits in Freeport. Damit rückt Grand Bahama für Pendler zwischen Florida und den Bahamas spürbar näher. Wie eng die beiden Märkte schon heute verbunden sind, beschreibe ich im Beitrag Grand Bahama und Florida: zwei Märkte oder ein Großraum.

Grand Bahama Shipyard

Die Grand Bahama Shipyard investiert laut eigenen Angaben rund 600 Millionen USD in zwei neue Schwimmdocks. Das Dock „East End“ ist 357 Meter lang, hebt bis zu 93.500 Tonnen, kam im November 2025 an und ist seit Januar 2026 in Betrieb; das noch größere Dock „Lucayan“ wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet (Grand Bahama Shipyard). Im Juli 2025 ist MSC Cruises zudem neben Carnival und Royal Caribbean als Anteilseigner eingestiegen (Maritime Executive). Für den Wohnungsmarkt zählt vor allem eines: Eine Werft beschäftigt Fachkräfte über Jahre, nicht über eine Saison. Diese Fachkräfte suchen Wohnraum zur Miete.

Stromversorgung

Am 6. Mai 2026 hat die Regierung der Bahamas sämtliche Anteile der Grand Bahama Power Company von Emera übernommen, über die Zweckgesellschaft Grand Bahama Electricity Company. Finanziert wurde der Kauf mit staatlich garantierten Krediten von Standard Chartered und Scotiabank. Premierminister Philip Davis kündigte an, die Stromkosten sänken nach Übernahme der nationalen Tarife um durchschnittlich 37 % (The Tribune, 6. Mai 2026). Die Ankündigung fiel eine Woche vor der Parlamentswahl. Ob die Entlastung dauerhaft in dieser Höhe ankommt, wird sich erst in den Abrechnungen zeigen. Sinkende Energiekosten wären allerdings für jede Vermietung auf Grand Bahama ein direkter Kostenvorteil.

Was das Grand Bahama Investment für Immobilien bedeutet

Die Investitionen erhöhen vor allem die Nachfrage nach solidem Mietwohnraum für Arbeitskräfte und nach Wohnungen für Menschen, die zwischen Florida und Grand Bahama pendeln. Eine pauschale Wertverdopplung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ältere Fassungen dieses Beitrags sprachen von einer „realistischen Verdopplung“ der Immobilienwerte in fünf bis zehn Jahren. Diese Aussage nehme ich zurück. Keine der genannten Quellen trägt eine solche Prognose. Was die Daten hingegen tragen, ist eine strukturelle Nachfrage: Dorian hat 2019 einen großen Teil des Wohnungsbestands zerstört, und gleichzeitig kommen mit Werft, Flughafen und Kreuzfahrt neue Arbeitsplätze hinzu. Folglich entsteht eine Lücke bei modernem, hurrikanfestem Mietwohnraum.

SegmentTreiberEinschätzung von Christoph Albeck
Langzeitmiete für FachkräfteWerft, Flughafenbau, Hafen, Celebration Keystabilste Nachfrage, Kernsegment für Neubauten
Wohnungen für Pendler und ZweitwohnsitzUS-Preclearance, Nähe zu Floridawachsend, abhängig vom Fortschritt am Flughafen
FerienvermietungFlugankünfte, nicht Kreuzfahrtgästemöglich, aber schwankend und mehrwertsteuerpflichtig
Wasserlagen in Lucayavermögende NeuresidentenWertsicherung vor Mietrendite, sorgfältige Lageprüfung nötig

Für mich folgt daraus ein klares Modell: neu bauen, langfristig vermieten, solide konstruieren. Wie das in Zahlen aussieht, zeige ich im Beitrag Build-to-Rent Bahamas. Die Neubauten der CPH Investment Group entstehen nach unseren Kalkulationen 30 bis 40 % unter Marktwert; die Mietrendite setze ich illustrativ bei rund 8 % pro Jahr an. Garantiert ist das nicht. Ein laufendes Beispiel ist ALMA Residences in Freeport.

Diese Einordnung ist auch eine Frage der Streuung. Wer sein gesamtes Immobilienvermögen in Deutschland hält, trägt ein Klumpenrisiko in einem Rechtsraum und einer Währung. Warum das gefährlicher ist, als es sich anfühlt, beschreibe ich unter dem Stichwort Immobilien-Diversifikation im Ausland.

Fünf Fragen, mit denen du jede Grand-Bahama-Meldung prüfst

Über Grand Bahama erscheinen inzwischen fast wöchentlich neue Meldungen. Viele davon sind korrekt, manche sind Wunschdenken. Deshalb prüfe ich jede Nachricht zu einem Grand Bahama Investment mit denselben fünf Fragen, bevor sie in eine Kalkulation einfließt:

  1. Wer ist die Quelle? Eine Pressemitteilung des Investors, ein Regierungsstatement im Wahlkampf und ein Bericht über eine abgeschlossene Bauphase haben ein sehr unterschiedliches Gewicht.
  2. Ist das Geld zugesagt oder verbaut? Eine Absichtserklärung ist kein Baubeginn. Erst Verträge, Bauaufträge und sichtbare Baustellen machen ein Projekt belastbar.
  3. Gibt es einen Zeitplan? Beim MSC-Terminal fehlt ein veröffentlichter Eröffnungstermin; beim Werftdock „East End“ ist der Betriebsbeginn im Januar 2026 hingegen dokumentiert.
  4. Wer wohnt am Ende hier? Für Mieten zählen Menschen, die auf der Insel übernachten oder arbeiten – nicht Tagesgäste von Kreuzfahrtschiffen.
  5. Gilt der Vorteil nur in der Freeport-Zone? Viele Kostenvorteile hängen am Hawksbill Creek Agreement und gelten deshalb nicht bahamasweit.

Mit diesen Fragen schrumpft manche Schlagzeile. Gleichzeitig bleibt ein Kern, der trägt: Werft, Flughafen und Stromnetz sind keine Gerüchte, sondern laufende Projekte mit benannten Trägern und Budgets.

Freeport-Zone und Steuern: Was gilt und was nicht

Die Bahamas erheben laut Bahamas Investment Authority 0 % Einkommensteuer, 0 % Kapitalertragsteuer, 0 % Erbschaftsteuer und keine Vermögensteuer. Die Sonderregeln des Hawksbill Creek Agreement gelten hingegen nur in der Freeport-Zone auf Grand Bahama – nicht auf allen Inseln.

Das Hawksbill Creek Agreement regelt seit 1955 die Freeport-Zone und läuft bis 2054. Verwaltet wird die Zone von der Grand Bahama Port Authority. In der Zone ist unter anderem die zollfreie Einfuhr von Baumaterial möglich, was Neubauten spürbar günstiger macht. Wer die Rolle der Port Authority falsch einschätzt, rechnet allerdings schnell falsch; die Hintergründe stehen im Beitrag zur Grand Bahama Port Authority und im Beitrag zur Sonderwirtschaftszone Grand Bahama.

Beim Kauf fällt außerdem Mehrwertsteuer an: laut Deloitte (2026) 2,5 % bei Immobilien bis 100.000 BSD und 10 % darüber. Hinzu kommen Anwaltskosten und gegebenenfalls Real Property Tax.

Ein Rechenbeispiel aus älteren Fassungen – korrigiert

Früher stand hier ein Beispiel: 500.000 Euro Kaufpreis, Verkauf nach zehn Jahren für 1.000.000 Euro, auf den Bahamas „200.000 Euro mehr Gewinn“ als in Deutschland. Diese Rechnung war in zwei Punkten unvollständig. Erstens ist ein Veräußerungsgewinn bei privaten Immobilien in Deutschland nach zehn Jahren Haltedauer grundsätzlich steuerfrei (§ 23 EStG). Zweitens bleibt bei Wohnsitz in Deutschland die deutsche Steuerpflicht für weltweite Einkünfte bestehen. Steuerneutral heißt deshalb: Am Zielort entsteht keine neue Last. Was das für dich konkret bedeutet, prüft dein Steuerberater.

Residenz ist nicht Steuerresidenz

Wer auf Grand Bahama Wohneigentum erwirbt, kann die Home Owner’s Residence Card beantragen; eine gesetzliche Mindestinvestition gibt es nicht, die Karte wird jährlich erneuert, ein Mindestaufenthalt ist nicht vorgeschrieben. Die Economic Permanent Residency ist dauerhaft gültig und verlangt mindestens 1.000.000 USD in Wohnimmobilien (Bearbeitung offiziell 3 bis 9 Monate) oder im Fast Track 2.500.000 USD (21 bis 45 Tage). Die Antragskosten betragen 15.000 BSD einmalig plus 1.000 BSD jährlich. Details stehen im Beitrag zur Economic Permanent Residency. Rechtliche Einzelheiten klärt der bahamaische Immigration Attorney.

Praxisbeispiel: Ein Investor, der die Schlagzeilen geprüft hat

Ein anonymisiertes Beispiel aus meiner Praxis zeigt, wie man die Nachrichten von Grand Bahama sinnvoll nutzt. Die Zahlen sind gerundet.

Ausgangslage: Ein Familienunternehmer aus Nordrhein-Westfalen las 2025 von „Hunderten Millionen“ für Grand Bahama und wollte schnell ein Ferienapartment in Hafennähe kaufen. Sein Ziel war Kurzzeitvermietung an Kreuzfahrtgäste.

Entscheidung: Wir haben jedes Projekt auf Status und Quelle geprüft. Dabei wurde klar, dass Kreuzfahrtgäste nicht übernachten und das MSC-Terminal noch keinen Eröffnungstermin hat. Deshalb entschied er sich gegen das Ferienapartment und für einen Duplex in der Freeport-Zone mit Langzeitvermietung. Die Finanzierung erfolgte vollständig aus Eigenkapital.

Ergebnis: Beide Einheiten sind an Fachkräfte vermietet. Er hat die Home Owner’s Residence Card beantragt, sein Lebensmittelpunkt bleibt in Deutschland. Sein Satz im letzten Gespräch: „Ich habe nicht auf die Schlagzeile gesetzt, sondern auf die Arbeitsplätze dahinter.“

Risiken: Was gegen einen schnellen Einstieg spricht

Die größten Risiken eines Grand Bahama Investments sind Projektverzögerungen, Hurrikane, ein kleiner Wiederverkaufsmarkt und politische Ankündigungen, die schneller kommen als ihre Umsetzung.

1. Ankündigung ist nicht Fertigstellung

Der Flughafen wurde über Jahre angekündigt, bevor die Arbeiten 2026 begannen. Gegenmaßnahme: Projekte nur mit dokumentiertem Baustatus in die Kalkulation aufnehmen.

2. Hurrikane

Dorian hat 2019 gezeigt, was ein Sturm auf Grand Bahama anrichten kann. Gegenmaßnahme: Betonbauweise, erhöhte Bodenplatte, Standort außerhalb von Überflutungszonen und eine vollständige Versicherung. Mehr dazu im Beitrag zur Hurrikan-Saison auf den Bahamas.

3. Kleiner Markt

Grand Bahama ist nicht Miami. Ein Verkauf dauert länger, und Vergleichswerte sind dünn. Gegenmaßnahme: lange Haltedauer planen; eine Lock-up-Period gibt es nicht, aber Liquidität ist begrenzt.

4. Politische Zusagen

Die angekündigte Stromkostensenkung von 37 % fiel in den Wahlkampf. Gegenmaßnahme: Betriebskosten konservativ ansetzen, Entlastungen erst nach Eintritt einrechnen.

5. Inselvergleich

Vorteile der Freeport-Zone gelten nicht in Nassau oder auf den Out Islands. Gegenmaßnahme: Standorte bewusst vergleichen, etwa mit dem Beitrag Grand Bahama vs. Nassau.

Einordnung: Grand Bahama als Anker für deinen Plan B außerhalb der EU

Die Investitionen auf Grand Bahama sind für mich kein Grund zur Eile, sondern ein Beleg dafür, dass der Standort trägt. Entscheidend bleibt, ob eine Immobilie hier dein Vermögen sicherer macht.

In Deutschland und Europa sehe ich strukturellen Mangel an Planbarkeit: steigende Abgaben, mehr Regulierung, weniger Verlässlichkeit. Ein Umzug innerhalb der EU löst das nicht, denn innerhalb der EU wechselst du das Zimmer, nicht das Haus. Das Bahamas-Modell ruht hingegen auf drei Säulen: Sicherheit durch greifbares Eigentum im Common Law, Escape durch einen steuerneutralen Anker außerhalb des EU-Systems und Anker durch ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht nahe am US-Markt, ohne US-Steuerresident zu werden. Der Bahama-Dollar ist zudem 1:1 an den US-Dollar gekoppelt.

Wie man so eine Option ohne Umzugszwang aufbaut – „Auswandern ohne auszuwandern“ –, beschreibe ich auf der Seite Plan B mit zweiter Residenz über Immobilien. Warum das Festhalten am Heimatmarkt selbst ein Risiko ist, erklärt die Seite zur Heimatmarkt-Falle bei Immobilien. Den Alltag in Freeport schildert der Beitrag Leben in Freeport auf Grand Bahama.

Fazit: Die Insel bewegt sich – prüfe die Zahlen, nicht die Schlagzeilen

Grand Bahama erlebt 2026 den größten Investitionsschub seit Jahrzehnten. Belegt sind Celebration Key mit rund 600 Millionen USD, das geplante MSC-Terminal mit rund 450 Millionen USD, die erste Flughafenphase mit rund 130 Millionen USD, rund 600 Millionen USD für die Werft und die Übernahme des Stromversorgers durch die Regierung. Die Besucherzahl lag 2025 bei rund 1,1 Millionen.

Daraus folgt keine Wertverdopplung, aber eine belastbare Nachfrage nach solidem Mietwohnraum. Folglich ist die Frage nicht, ob du den Boom verpasst. Die Frage ist, ob deine Option außerhalb der EU steht, bevor du sie brauchst. Der wahre Luxus ist nicht Besitz. Es sind Optionen.

Ich bin diesen Weg selbst gegangen. Dreimal. Was ich dabei über Grand Bahama gelernt habe, steht in meinem Buch „Auswandern Bahamas“; weitere Grundlagen findest du auf der Seite Auswandern Bahamas.

Häufige Fragen zu Grand Bahama Investment

Was wird 2026 auf Grand Bahama gebaut?

Auf Grand Bahama laufen 2026 vor allem drei Bauprojekte: die erste Phase des neuen Grand Bahama International Airport für rund 130 Millionen USD, die Erweiterung der Grand Bahama Shipyard um zwei Schwimmdocks für rund 600 Millionen USD und die Planung eines MSC-Kreuzfahrtterminals für rund 450 Millionen USD im Hafen von Freeport. Carnivals Celebration Key ist bereits seit Juli 2025 in Betrieb.

Wie viel wurde in Grand Bahama investiert?

Nach Angaben der Regierung der Bahamas hat Grand Bahama seit 2021 Investitionen und Zusagen von über 3,5 Milliarden USD angezogen. Diese Summe enthält auch Zusagen, die noch nicht umgesetzt sind. Einzeln belegt sind unter anderem Celebration Key mit rund 600 Millionen USD, das geplante MSC-Terminal mit rund 450 Millionen USD und die Werfterweiterung mit rund 600 Millionen USD.

Wann eröffnet der neue Flughafen auf Grand Bahama?

Ein Eröffnungstermin für den neuen Grand Bahama International Airport ist nicht veröffentlicht. Die Manchester Airports Group hat die Arbeiten im Januar 2026 aufgenommen; die erste Phase kostet laut The Nassau Guardian rund 130 Millionen USD. Geplant sind ein Terminal mit US-Preclearance, mehr Vorfeldfläche und besserer Hochwasserschutz nach den Erfahrungen mit Hurrikan Dorian 2019.

Was ist US-Preclearance und warum ist sie wichtig?

US-Preclearance bedeutet, dass Reisende die Einreisekontrolle der USA bereits am Abflughafen erledigen. In Freeport angewandt, landen Flüge in Florida wie Inlandsflüge. Für Pendler, Geschäftsreisende und Zweitwohnsitz-Eigentümer wird Grand Bahama dadurch deutlich besser erreichbar. Der neue Flughafen soll diese Abfertigung wieder anbieten.

Sinken die Strompreise auf Grand Bahama?

Die Regierung der Bahamas hat angekündigt, dass die Stromkosten auf Grand Bahama um durchschnittlich 37 % sinken sollen. Grundlage ist die Übernahme der Grand Bahama Power Company von Emera im Mai 2026 und die Angleichung an die nationalen Tarife. Ob die Entlastung dauerhaft in dieser Höhe ankommt, zeigen erst die tatsächlichen Abrechnungen.

Steigen die Immobilienpreise auf Grand Bahama?

Die Nachfrage nach Wohnraum auf Grand Bahama steigt, belastbare Preisprognosen gibt es jedoch nicht. Treiber sind neue Arbeitsplätze in Werft, Hafen und Tourismus sowie der seit Hurrikan Dorian 2019 knappe Bestand an modernem Wohnraum. Eine pauschale Wertverdopplung lässt sich aus den Investitionen nicht ableiten. Christoph Albeck setzt deshalb auf Sicherheit vor Rendite.

Lohnt sich eine Ferienwohnung wegen der Kreuzfahrtschiffe?

Eine Ferienwohnung lohnt sich wegen der Kreuzfahrtschiffe allein meist nicht. Kreuzfahrtgäste übernachten an Bord, nicht auf der Insel. Für Ferienvermietung zählen die Flugankünfte, die 2025 laut Caribbean Journal rund 20 % über dem Vorjahr lagen. Stabiler ist in der Regel die Langzeitvermietung an Fachkräfte, die durch Werft, Flughafen und Hafen nach Grand Bahama kommen.

Gilt das Hawksbill Creek Agreement für alle Bahamas-Inseln?

Nein, das Hawksbill Creek Agreement gilt nur in der Freeport-Zone auf Grand Bahama und läuft bis 2054. Die Zone wird von der Grand Bahama Port Authority verwaltet. Zu den Vorteilen gehört die zollfreie Einfuhr von Baumaterial. Auf New Providence, Abaco oder den Out Islands gelten diese Sonderregeln nicht.

Welche Steuern zahle ich als Immobilienbesitzer auf Grand Bahama?

Als Immobilienbesitzer auf Grand Bahama zahlst du keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer und keine Erbschaftsteuer. Beim Kauf fällt Mehrwertsteuer an, laut Deloitte (2026) 2,5 % bis 100.000 BSD und 10 % darüber; laufend kann Real Property Tax anfallen. Bei Wohnsitz in Deutschland bleibt die deutsche Steuerpflicht bestehen, die ein Steuerberater prüft.

Bekomme ich mit einer Immobilie auf Grand Bahama eine Aufenthaltserlaubnis?

Ja, Wohneigentum auf Grand Bahama kann zu einer Aufenthaltserlaubnis führen. Die Home Owner’s Residence Card setzt keine gesetzliche Mindestinvestition voraus und wird jährlich erneuert. Die dauerhafte Economic Permanent Residency verlangt mindestens 1.000.000 USD in Wohnimmobilien. Einen Mindestaufenthalt schreibt keine der beiden Varianten vor; Details klärt der Immigration Attorney.

Wie sicher ist eine Immobilie auf Grand Bahama vor Hurrikanen?

Eine Immobilie auf Grand Bahama ist so sicher wie ihre Bauweise und ihr Standort. Betonkonstruktion, erhöhte Bodenplatte, Sturmschutz und eine Lage außerhalb von Überflutungszonen senken das Risiko deutlich. Eine Gebäudeversicherung mit Hurrikandeckung gehört in jede Kalkulation. Zudem sollte eine Liquiditätsreserve für Reparaturen bereitstehen.

Wer ist Christoph Albeck?

Christoph Albeck ist Diplom-Volkswirt, Immobilienentwickler mit 30 Jahren Erfahrung und Plan B Architekt. Er lebt seit 2020 in Freeport auf Grand Bahama und entwickelt dort selbst Wohnprojekte wie ALMA Residences. Christoph Albeck ist dreimal ausgewandert und begleitet Unternehmer aus der DACH-Region beim Aufbau einer Wohnsitz-Option außerhalb der EU. Mehr steht auf der Seite Über mich.

Warum Grand Bahama statt Dubai oder Portugal?

Grand Bahama verbindet 0 % Einkommensteuer, Common Law, eine Währung 1:1 zum US-Dollar und rund 20 Minuten Flugzeit nach Florida. Christoph Albeck hat Dubai getestet und verworfen, weil ein starker Heimatmarkt fehlt; zudem erheben die VAE seit 2023 9 % Körperschaftsteuer. Portugal hat das NHR-Regime 2024 beendet und Immobilien 2023 aus dem Golden Visa gestrichen.

Warum lebt Christoph Albeck in Freeport?

Christoph Albeck lebt seit 2020 in Freeport, weil Grand Bahama Rechtssicherheit im Common Law, Steuerneutralität und die Nähe zu Florida verbindet. Nach Stationen auf Mallorca und in den USA entschied er sich für Freeport und Miami als Standorte; die Familie zog 2022 nach. In Freeport entwickelt er heute selbst Wohnprojekte und kennt die Baustellen der Insel aus eigener Anschauung.

Zwei Wege – je nachdem, wer du bist

Ein Plan B außerhalb der EU entsteht nicht durch Lesen. Er entsteht durch einen ersten konkreten Schritt. Welcher passt zu dir?

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