Inhaltsverzeichnis
- Florida Immobilien kaufen als Deutscher: Die Direktantwort
- Ablauf: Florida Immobilien kaufen in sieben Schritten
- Kosten beim Florida Immobilien kaufen: Was wirklich anfällt
- Steuern auf Florida-Immobilien in den USA und in Deutschland
- Vergleich: Florida-Immobilie, EB-5 und Bahamas-Residenz
- Praxisbeispiel: Ein Ehepaar aus Hamburg ordnet seinen Florida-Plan neu
- Die sieben häufigsten Fehler beim Florida Immobilien kaufen
- Einordnung: Florida im Plan B außerhalb der EU
- Fazit: Florida Immobilien kaufen, aber mit klarer Funktion
- Häufige Fragen zu Florida-Immobilien
- Zwei Wege – je nachdem, wer du bist
Wer als Deutscher Florida Immobilien kaufen will, kann das ohne Visum, ohne Wohnsitz und ohne Mindestkaufpreis tun. Eine Aufenthaltserlaubnis entsteht dadurch jedoch nicht, und zwar weder für eine Wohnung in Miami noch für eine Villa in Naples. Ich lebe in Freeport auf Grand Bahama, rund 20 Minuten Flugzeit von Florida entfernt, und höre diese Annahme fast jede Woche: „Wenn ich dort kaufe, kann ich dort auch leben.“ Das ist der teuerste Irrtum beim Immobilienkauf in den USA.
Aber was die meisten nicht sehen: Das eigentliche Risiko liegt nicht im Kaufvertrag, sondern in drei Systemen, die gleichzeitig wirken. Das US-Steuerrecht mit FIRPTA und Estate Tax, das deutsche Steuerrecht mit Progressionsvorbehalt und eine Kostenstruktur aus Property Tax, Versicherung und HOA, die viele Exposés kaum erwähnen. Dieser Ratgeber erklärt den Ablauf, die Kosten und die Fallstricke mit Zahlen. Zudem zeigt er, wo Florida in einem Plan B außerhalb der EU sinnvoll ist und wo nicht.
Zur Einordnung meiner Rolle: Ich bin Dipl.-Volkswirt, seit 30 Jahren Immobilienentwickler und dreimal ausgewandert. US-Immobilien vermittle ich nicht selbst. Kauf, Finanzierung und Steuern in Florida gehören in die Hände von dort lizenzierten Partnern.
Florida Immobilien kaufen als Deutscher: Die Direktantwort
Deutsche Staatsbürger dürfen in Florida Immobilien ohne Einschränkung kaufen, halten und vermieten. Der Kauf verschafft jedoch kein Visum, keine Green Card und keine US-Residenz.
Für Käufer aus Deutschland gelten beim Eigentum dieselben Rechte wie für US-Bürger. Es gibt keine Genehmigungspflicht und keine Obergrenze. Für den Aufenthalt gilt dagegen das Einwanderungsrecht. Mit ESTA darfst du bis zu 90 Tage pro Einreise bleiben, eine Verlängerung ist nicht möglich. Mit einem B1/B2-Visum wird der Aufenthalt in der Regel für bis zu sechs Monate pro Einreise gewährt. Arbeiten darfst du mit keinem der beiden Status.
Daraus folgen drei Kernsätze, die jeder Käufer kennen sollte:
- Eine Florida-Immobilie gibt dir keine US-Residenz. Es gibt kein Golden Visa über den Kauf von Wohneigentum in den USA.
- Florida erhebt keine State Income Tax. Die US-Bundessteuer auf Mieten und Veräußerungsgewinne fällt trotzdem an.
- Solange dein Wohnsitz in Deutschland liegt, bleibst du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Die Florida-Immobilie ändert daran nichts.
Florida Immobilien kaufen ist daher eine Frage der Vermögensdiversifikation, nicht der Residenz. Wie internationale Diversifikation grundsätzlich aufgebaut wird, beschreibe ich auf der Seite zur Immobilien-Diversifikation im Ausland.
Ablauf: Florida Immobilien kaufen in sieben Schritten
Ein Kauf in Florida dauert vom Angebot bis zum Closing typischerweise 30 bis 60 Tage. Der Ablauf ist standardisiert, die Verantwortung liegt jedoch bei mehreren Beteiligten, die du selbst auswählen musst.
- Zieldefinition und Steuerprüfung in Deutschland. Zuerst klärt dein deutscher Steuerberater, wie Mieteinnahmen, Veräußerungsgewinne und Erbfolge in Deutschland behandelt werden. Erst danach steht fest, ob du privat oder über eine Gesellschaft kaufst.
- Lizenzierte Partner auswählen. Du brauchst einen in Florida lizenzierten Real Estate Broker oder Sales Associate, einen Florida-Attorney oder eine Title Company sowie einen CPA für die US-Steuern. Die Lizenz eines Maklers lässt sich bei der Florida-Aufsicht online prüfen.
- Erwerbsstruktur festlegen. Viele Ausländer kaufen über eine Florida-LLC. Die Gründung kostet beim Florida Department of State 125 USD, der jährliche Annual Report 138,75 USD. Die steuerliche Einordnung der LLC in Deutschland ist jedoch ein eigener Prüfpunkt.
- Angebot und Earnest Money. Nach dem Offer hinterlegst du eine Anzahlung, häufig 1 bis 10 Prozent des Kaufpreises, auf einem Treuhandkonto.
- Due Diligence. Inspection, Wind-Mitigation-Report, Flood Zone, Versicherungsangebot, bei Condos zusätzlich Rücklagen, Sonderumlagen und Inspektionsberichte der Gemeinschaft.
- Finanzierung oder Barkauf. Banken in den USA finanzieren Ausländer ohne US-Bonität meist nur mit 30 bis 40 Prozent Eigenkapital. Warum ein US-Credit-Score dabei hilft, erklärt der Beitrag zum US Credit Score.
- Closing. Die Title Company prüft den Grundbuchstatus, stellt die Title Insurance aus und überträgt die Deed. Danach beantragst du eine ITIN, falls du keine US-Steuernummer hast.
Kosten beim Florida Immobilien kaufen: Was wirklich anfällt
Die Nebenkosten beim Kauf sind in Florida niedriger als in Deutschland, die laufenden Kosten dagegen deutlich höher. Wer nur die Grunderwerbsteuer vergleicht, rechnet sich die Investition schön.
Kaufnebenkosten
Florida erhebt auf die Übertragungsurkunde eine Documentary Stamp Tax von 0,70 USD je 100 USD Kaufpreis, in Miami-Dade gelten abweichende Sätze. Laut Florida Department of Revenue fällt die Steuer auch auf Schuldurkunden wie Hypotheken an. Hinzu kommen Title Insurance, Attorney, Gutachten und bei Finanzierung Bankgebühren. Je nach County und Finanzierung liegen die Nebenkosten für den Käufer grob bei 2 bis 4 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt allein die Grunderwerbsteuer bis zu 6,5 Prozent.
Property Tax
Die Property Tax ist der größte laufende Kostenblock. Für nicht selbst genutzte Immobilien in Miami-Dade liegen die Grundsteuern laut Hauseit bei etwa 2 Prozent des Assessed Value pro Jahr. Die Homestead Exemption und der Save-Our-Homes-Deckel von höchstens 3 Prozent gelten nur für Eigentümer mit dauerhaftem Wohnsitz in Florida. Für Zweitwohnungen und Mietobjekte gilt ein Deckel von 10 Prozent jährlich, der den Schulanteil der Steuer nicht erfasst. Am 3. November 2026 stimmen die Wähler in Florida zudem über eine Verfassungsänderung ab, die diesen Deckel ab 2027 auf 5 Prozent senken würde. Sie braucht 60 Prozent Zustimmung.
Versicherung und HOA
Hurrikan- und Hochwasserversicherung sind in Florida teuer und regional sehr unterschiedlich. Ein verbindliches Angebot gehört deshalb vor den Kaufvertrag, nicht danach. Bei Condos kommen Homeowner Association Fees hinzu. Seit der Reform nach dem Einsturz in Surfside verlangt Florida Strukturprüfungen und vollständig finanzierte Rücklagen für tragende Bauteile. Im Jahr 2025 hat der Gesetzgeber mit HB 913 einige Fristen und Regeln angepasst. Für Käufer älterer Condos bedeutet das dennoch: Sonderumlagen und steigende Monatsbeiträge sind ein reales Risiko.
Kurzzeitvermietung: Sales Tax und Tourist Tax
Wer eine Florida-Immobilie für sechs Monate oder kürzer vermietet, muss auf die Miete Steuern erheben und abführen. Laut Florida Department of Revenue fällt auf solche Transient Rentals die staatliche Sales Tax von 6 Prozent an, zuzüglich einer möglichen County-Surtax. Hinzu kommt in den meisten Counties eine Tourist Development Tax. Diese Abgaben trägt zwar der Gast, die Registrierung, Abrechnung und Haftung liegen jedoch beim Eigentümer oder seinem Verwalter. Außerdem begrenzen viele Gemeinden und Eigentümergemeinschaften Kurzzeitvermietungen über Satzungen. Wer Florida Immobilien kaufen und über Ferienportale vermieten will, sollte deshalb vor dem Kauf die Regeln der Gemeinschaft und der Gemeinde schriftlich prüfen lassen.
Währungsrisiko Euro zu US-Dollar
Eine Florida-Immobilie ist ein US-Dollar-Vermögen. Für einen Anleger aus Deutschland ist das zunächst ein Vorteil, weil es die Abhängigkeit vom Euro senkt. Gleichzeitig schwankt der Wert in Euro gerechnet mit dem Wechselkurs. Ein Wertzuwachs von 10 Prozent in US-Dollar kann sich durch eine Abwertung des Dollars teilweise oder vollständig aufheben. Daher gehört zur Rechnung beim Florida Immobilien kaufen immer eine Annahme zum Wechselkurs. Wer in Euro finanziert und in US-Dollar vermietet, trägt dieses Risiko doppelt.
| Beispielrechnung Condo Miami (illustrativ) | Pro Jahr in USD |
|---|---|
| Kaufpreis | 800.000 |
| Bruttomiete (4.500 USD monatlich) | 54.000 |
| Property Tax (ca. 2 %) | −16.000 |
| HOA (1.000 USD monatlich) | −12.000 |
| Versicherung (Annahme) | −3.000 |
| Property Management (10 %) | −5.400 |
| Leerstand (ein Monat) | −4.500 |
| Instandhaltung, LLC, CPA | −4.000 |
| Ergebnis vor Steuern | 9.100 (rund 1,1 %) |
Die Werte dieser Beispielrechnung zum Florida Immobilien kaufen sind Annahmen, keine Marktdaten. Sie zeigen jedoch das Muster: Eine Bruttorendite von fast 7 Prozent schrumpft nach laufenden Kosten auf gut 1 Prozent. Eine ausführliche Analyse dazu liefert der Beitrag über die Rendite einer Florida-Ferienwohnung. Ähnliche Fehler bei Miami beschreibt der Beitrag Miami Immobilien Investment.
Steuern auf Florida-Immobilien in den USA und in Deutschland
Wer Florida Immobilien kaufen will, muss wissen: Eine Florida-Immobilie wird in zwei Ländern steuerlich erfasst: Die USA besteuern Mieten, Verkauf und Nachlass an der Quelle, Deutschland berücksichtigt die Einkünfte über den Progressionsvorbehalt. Florida selbst erhebt keine Einkommensteuer.
Mieteinnahmen
Für Nicht-US-Personen behalten die USA auf Bruttomieten grundsätzlich 30 Prozent Quellensteuer ein. Mit einer Wahl zur Nettobesteuerung werden stattdessen die Einkünfte nach Abzug von Kosten und Abschreibung mit den progressiven Bundessätzen besteuert. In Deutschland sind Einkünfte aus US-Immobilien nach dem Doppelbesteuerungsabkommen in der Regel freigestellt, erhöhen aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Verluste aus Vermietung in Drittstaaten sind nach § 2a EStG nur eingeschränkt verrechenbar. Die Einzelheiten prüft dein Steuerberater.
Verkauf und FIRPTA
Beim Verkauf durch eine ausländische Person muss der Käufer nach dem Foreign Investment in Real Property Tax Act 15 Prozent des Verkaufspreises einbehalten, nicht des Gewinns. Laut IRS gilt ein reduzierter Satz von 10 Prozent oder eine Befreiung nur, wenn der Käufer die Immobilie selbst bewohnen will und der Preis unter 1.000.000 beziehungsweise 300.000 USD liegt. Bei einem Verkauf für 1.000.000 USD werden also 150.000 USD einbehalten. Die tatsächliche Steuer wird erst mit der US-Steuererklärung ermittelt, die Erstattung dauert oft Monate.
Erbfall und Estate Tax
Die USA erheben Estate Tax auf US-Vermögen von Ausländern. Laut IRS muss bereits ab 60.000 USD US-Vermögen eine Nachlasserklärung abgegeben werden. Das Erbschaftsteuer-Abkommen zwischen Deutschland und den USA kann den Freibetrag anteilig erhöhen. Gleichzeitig fällt in Deutschland Erbschaftsteuer an, mit Anrechnung der US-Steuer. Ohne Nachlassplanung entsteht für Erben ein langwieriges Verfahren in zwei Rechtsordnungen.
Florida als Steuerwohnsitz ist keine Option
Florida wird oft als „steuerfreier Bundesstaat“ beschrieben. Wer jedoch seinen Lebensmittelpunkt nach Florida verlegt oder eine Green Card erhält, wird in den USA unbeschränkt steuerpflichtig, und zwar auf das weltweite Einkommen. Schon ohne Green Card kann der Substantial Presence Test greifen: Er zählt die Tage im laufenden Jahr voll, im Vorjahr zu einem Drittel und im vorletzten Jahr zu einem Sechstel. Ab 183 gewichteten Tagen gilt eine Person steuerlich als US-Resident. Mehr dazu im Beitrag zu den Florida-Steuern für deutsche Unternehmer.
Vergleich: Florida-Immobilie, EB-5 und Bahamas-Residenz
Eine Florida-Immobilie ist ein Vermögenswert, eine Green Card ist ein Steuerstatus, eine Bahamas-Residenz ist ein Anker. Wer die drei verwechselt, trifft eine falsche Entscheidung.
Das EB-5-Programm ist der bekannteste Weg zur Green Card über Investition. Es verlangt seit 2022 mindestens 800.000 USD in einer Targeted Employment Area oder 1.050.000 USD außerhalb davon, in ein Projekt, das Arbeitsplätze schafft. Ein normaler Wohnungskauf qualifiziert nicht. Zudem bedeutet die Green Card unbeschränkte US-Steuerpflicht auf das Welteinkommen. Für Unternehmer mit Firma in Deutschland ist das meist kein Plan B, sondern ein zweites Hochsteuersystem. Eine kritische Analyse bietet der Beitrag zum EB-5-Visum 2026.
| Kriterium | Florida-Immobilie | EB-5 Green Card | Bahamas: Economic Permanent Residency |
|---|---|---|---|
| Aufenthaltsrecht | keines (ESTA 90 Tage, B1/B2 bis ca. 6 Monate) | dauerhaft, USA | dauerhaft, Bahamas |
| Mindestinvestition | keine | 800.000 / 1.050.000 USD | 1.000.000 USD (Standard) / 2.500.000 USD (Fast Track) |
| Bearbeitungsdauer | Kauf 30–60 Tage | mehrere Jahre | 3–9 Monate / 21–45 Tage |
| Steuer auf Welteinkommen am Zielort | nein | ja, US-Bundessteuer | nein, 0 % Einkommensteuer |
| Erbschaftsteuer am Zielort | US Estate Tax auf US-Vermögen | US Estate Tax weltweit | 0 % |
| Laufende Grundsteuer | ca. 2 % in Miami-Dade | wie Florida-Immobilie | vom Attorney je Objekt bestätigen lassen |
| Mindestaufenthalt | nicht anwendbar | Green Card setzt Lebensmittelpunkt USA voraus | keiner |
Die Tabelle zeigt keine Rangfolge, sondern Funktionen, und genau das wird beim Florida Immobilien kaufen oft übersehen. Eine Florida-Immobilie kann als US-Dollar-Baustein sinnvoll sein. Ein Aufenthaltsrecht liefert sie nicht. Dafür braucht es einen anderen Baustein, und genau hier liegt Grand Bahama nur 20 Minuten entfernt. Wie die beiden Märkte zusammenhängen, beschreibt der Beitrag Grand Bahama und Florida: zwei Märkte oder ein Großraum.
Praxisbeispiel: Ein Ehepaar aus Hamburg ordnet seinen Florida-Plan neu
Ein Unternehmer-Ehepaar wollte über eine Wohnung in Miami einen Wohnsitz in den USA schaffen. Am Ende hat es Vermögensbaustein und Aufenthaltsrecht getrennt, und das war die entscheidende Korrektur.
Ausgangslage: Beide Anfang 50, eine Handelsgesellschaft in Hamburg, Vermögen überwiegend in deutschen Mietshäusern. Geplant war ein Condo in Brickell für rund 900.000 USD, um „irgendwann rüberzugehen“.
Analyse: Das Condo hätte kein Visum gebracht. Eine Green Card über EB-5 hätte das Welteinkommen einschließlich der Gewinnausschüttungen aus Hamburg der US-Bundessteuer unterworfen. Zudem zeigte die Rücklagenprüfung der Eigentümergemeinschaft eine absehbare Sonderumlage.
Entscheidung und Ergebnis: Das Ehepaar hat 2026 über einen lizenzierten Florida-Broker ein kleineres Einfamilienhaus als reines Mietobjekt erworben, mit Steuerberater und CPA auf beiden Seiten. Parallel bauen beide auf Grand Bahama einen Anker auf: Grundstück in Freeport, Projekt über 1 Million USD, Antrag auf Economic Permanent Residency. Ihr Wohnsitz und ihre Steuerpflicht bleiben in Deutschland. Die Frau sagte im letzten Gespräch: „Wir haben zwei Probleme getrennt, die wir für eines gehalten haben.“
Die sieben häufigsten Fehler beim Florida Immobilien kaufen
Die meisten Fehler beim Florida Immobilien kaufen entstehen, weil Käufer Eigentum, Aufenthalt und Steuern als eine Entscheidung behandeln. Diese sieben Fehler sehe ich bei deutschen Käufern am häufigsten.
- Immobilie mit Aufenthaltsrecht verwechseln. Ein Kauf bringt kein Visum. Gegenmaßnahme: Aufenthaltsfragen getrennt mit einem US-Immigration-Attorney klären.
- Florida als Steuerwohnsitz einplanen. Ein Lebensmittelpunkt in Florida macht dich zum US-Steuerresidenten mit Welteinkommensbesteuerung. Gegenmaßnahme: Florida als Vermögensstandort nutzen, nicht als Wohnsitz.
- Mit Bruttorendite rechnen. Property Tax, Versicherung und HOA können den Großteil der Miete aufzehren. Gegenmaßnahme: Nettorechnung mit verbindlichen Angeboten vor dem Offer.
- FIRPTA beim Verkauf übersehen. 15 Prozent des Kaufpreises werden einbehalten. Gegenmaßnahme: Liquiditätsplanung für den Exit und frühzeitiger Antrag auf reduzierte Einbehaltung durch den CPA.
- Ohne lizenzierte Partner kaufen. Empfehlungen aus Foren oder von Verkäufern ersetzen keine Lizenzprüfung. Gegenmaßnahme: Broker, Attorney und CPA mit Florida-Lizenz beauftragen.
- Condo-Rücklagen ignorieren. Seit der Surfside-Reform drohen in älteren Gebäuden Sonderumlagen. Gegenmaßnahme: Milestone Inspection, Reserve Study und Protokolle der Eigentümerversammlungen prüfen.
- Erbfolge nicht planen. Ab 60.000 USD US-Vermögen beginnt die US-Nachlasspflicht. Gegenmaßnahme: Testament, Struktur und Abkommensvorteile mit Fachleuten in beiden Ländern abstimmen.
Ein zusätzlicher Hinweis zur Struktur: Eine US-LLC mit Sitz in Florida ist für viele Anleger das Standardvehikel. Ob sie für dich sinnvoll ist, hängt von der deutschen Einordnung ab. Erfahrungen dazu beschreibt der Beitrag über die Kombination aus US-LLC und Bahamas-Wohnsitz.
Einordnung: Florida im Plan B außerhalb der EU
Florida Immobilien kaufen ist ein guter Weg zu US-Dollar-Vermögen, aber kein Weg zu einem steuerneutralen Plan B. Die sinnvolle Kombination trennt beides: Vermögen in Florida, Aufenthaltsrecht auf Grand Bahama.
Viele deutsche Familien haben fast ihr gesamtes Vermögen in einem Land, einer Währung und einem Rechtssystem. Das nenne ich die Heimatmarkt-Falle. Eine Florida-Immobilie verringert das Währungs- und Standortrisiko. Gegen das Systemrisiko hilft sie jedoch nur begrenzt, weil der Eigentümer in Deutschland wohnt und dort steuerpflichtig bleibt. Zudem schafft die Immobilie kein Recht, im Ernstfall dauerhaft zu bleiben.
Diese Lücke schließt ein Plan B außerhalb der EU. Auf den Bahamas gibt es laut Bahamas Investment Authority 0 Prozent Einkommensteuer, 0 Prozent Kapitalertragsteuer, 0 Prozent Erbschaftsteuer und keine Vermögensteuer. Das Rechtssystem folgt dem Common Law, der Bahama-Dollar ist 1:1 an den US-Dollar gebunden. Die Home Owner’s Residence Card setzt keine gesetzliche Mindestinvestition voraus und verlangt keinen Mindestaufenthalt. Die Economic Permanent Residency ist dauerhaft gültig und beginnt bei 1.000.000 USD in einer Wohnimmobilie. Dabei wirst du kein US-Steuerresident. Mehr dazu im Beitrag zur Economic Permanent Residency Bahamas und im Beitrag über den Bahamas-Wohnsitz mit Nähe zu den USA.
Für die Praxis auf Grand Bahama gilt: Für regelmäßige Reisen nach Florida ist ein B1/B2-Visum für Bahamas-Residenten praktisch unerlässlich. Die Schnellfähre zwischen Fort Lauderdale und Freeport nimmt keine Privatautos mit. Ich nenne dieses Modell „Auswandern ohne auszuwandern“: Du baust die Option auf, ziehst aber erst um, wenn du es entscheidest. Solange dein Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt, bleibt die deutsche Steuerpflicht bestehen. Grundsätzliches zum Modell steht auf der Seite Plan B mit zweiter Residenz, Erfahrungen aus erster Hand im Buch „Auswandern Bahamas“.
Fazit: Florida Immobilien kaufen, aber mit klarer Funktion
Florida Immobilien kaufen ist für Deutsche rechtlich einfach, wirtschaftlich anspruchsvoll und für die Residenz wirkungslos. Der Kauf bringt kein Visum. Florida als Steuerwohnsitz würde die weltweite US-Besteuerung auslösen. Gleichzeitig zehren Property Tax von rund 2 Prozent, Versicherung und HOA einen großen Teil der Bruttomiete auf, und FIRPTA bindet beim Verkauf 15 Prozent des Preises.
Wer diese Punkte kennt, kann eine Florida-Immobilie trotzdem sinnvoll einsetzen: als US-Dollar-Baustein, über lizenzierte Partner gekauft und steuerlich auf beiden Seiten geprüft. Das Aufenthaltsrecht gehört in einen anderen Baustein. Der wahre Luxus ist nicht Besitz. Es sind Optionen. Ich bin diesen Weg selbst gegangen, dreimal, und lebe heute 20 Minuten von Florida entfernt. Mehr über meinen Hintergrund steht auf der Seite Über mich.
Häufige Fragen zu Florida-Immobilien
Bekomme ich ein Visum, wenn ich eine Immobilie in Florida kaufe?
Nein. Der Kauf einer Immobilie in Florida verschafft weder ein Visum noch eine Green Card noch eine US-Residenz. Deutsche reisen in der Regel mit ESTA für bis zu 90 Tage pro Einreise oder mit einem B1/B2-Visum für bis zu etwa sechs Monate. Ein Investorenweg wie EB-5 verlangt eine qualifizierte Projektinvestition ab 800.000 USD, ein normaler Wohnungskauf genügt nicht.
Dürfen Deutsche in Florida Immobilien kaufen?
Ja. Florida Immobilien kaufen ist für deutsche Staatsbürger ohne Genehmigung möglich. Deutsche dürfen Immobilien ohne Mindestkaufpreis und ohne US-Wohnsitz kaufen, halten und vermieten. Für den Kauf brauchst du einen in Florida lizenzierten Makler, eine Title Company oder einen Attorney und für die Steuern einen CPA. Eine ITIN als US-Steuernummer wird spätestens für die Steuererklärung über Mieteinnahmen benötigt.
Wie hoch ist die Grundsteuer auf eine Zweitwohnung in Florida?
In Miami-Dade liegt die Property Tax für nicht selbst genutzte Immobilien bei etwa 2 Prozent des Assessed Value pro Jahr. Die Homestead Exemption gilt nur für Eigentümer mit dauerhaftem Wohnsitz in Florida. Für Zweitwohnungen ist der jährliche Anstieg der Bewertung auf 10 Prozent begrenzt. Über eine Senkung dieses Deckels auf 5 Prozent ab 2027 stimmt Florida am 3. November 2026 ab.
Was ist FIRPTA?
FIRPTA ist der Foreign Investment in Real Property Tax Act. Er verpflichtet den Käufer, beim Erwerb von einer ausländischen Person 15 Prozent des Verkaufspreises einzubehalten und an den IRS abzuführen. Reduzierte Sätze gelten nur, wenn der Käufer die Immobilie selbst bewohnt und der Preis unter 1.000.000 USD liegt. Die tatsächliche Steuer wird später mit der US-Steuererklärung ermittelt.
Muss ich Mieteinnahmen aus Florida in Deutschland versteuern?
In der Regel nicht direkt, aber sie zählen mit. Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA werden Einkünfte aus US-Immobilien in den USA besteuert und in Deutschland meist freigestellt. Über den Progressionsvorbehalt erhöhen sie jedoch den deutschen Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Die genaue Behandlung, auch einer LLC, prüft dein Steuerberater.
Ist Florida ein guter Steuerwohnsitz für Deutsche?
Nein. Florida erhebt zwar keine State Income Tax, doch wer seinen Lebensmittelpunkt nach Florida verlegt oder eine Green Card erhält, wird in den USA unbeschränkt steuerpflichtig, und zwar auf das Welteinkommen. Schon häufige Aufenthalte können über den Substantial Presence Test mit 183 gewichteten Tagen zur US-Steuerresidenz führen. Florida eignet sich als Vermögensstandort, nicht als Steuerwohnsitz.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Finanzierung in Florida?
US-Banken verlangen von ausländischen Käufern ohne US-Bonität üblicherweise 30 bis 40 Prozent Eigenkapital. Die Zinsen liegen meist über den Konditionen für US-Bürger. Deutsche Banken finanzieren US-Immobilien in der Regel nicht direkt mit einer Grundschuld vor Ort. Viele Käufer zahlen deshalb bar oder beleihen deutsches Vermögen, was eigene Risiken im Währungsverhältnis Euro zu US-Dollar schafft.
Fällt in den USA Erbschaftsteuer auf eine Florida-Immobilie an?
Ja, grundsätzlich. Die USA erheben Estate Tax auf US-Vermögen von Ausländern, und laut IRS ist ab 60.000 USD US-Vermögen eine Nachlasserklärung erforderlich. Das Erbschaftsteuer-Abkommen zwischen Deutschland und den USA kann den Freibetrag anteilig erhöhen. In Deutschland fällt zusätzlich Erbschaftsteuer an, auf die die US-Steuer angerechnet werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen einer Florida-Immobilie und einer Residenz auf den Bahamas?
Eine Florida-Immobilie ist ein Vermögenswert ohne Aufenthaltsrecht. Eine Residenz auf den Bahamas ist ein Aufenthaltsrecht, das an Immobilieneigentum geknüpft ist. Die Economic Permanent Residency ist dauerhaft gültig und beginnt bei 1.000.000 USD in einer Wohnimmobilie, die Home Owner’s Residence Card hat keine gesetzliche Mindestinvestition. Auf den Bahamas gibt es 0 Prozent Einkommensteuer und keinen Mindestaufenthalt.
Kann ich von Grand Bahama aus eine Florida-Immobilie verwalten?
Ja. Grand Bahama liegt rund 20 Minuten Flugzeit von Florida entfernt, eine Schnellfähre verbindet Freeport mit Fort Lauderdale, nimmt allerdings keine Privatautos mit. Für regelmäßige Reisen in die USA ist ein B1/B2-Visum für Bahamas-Residenten praktisch unerlässlich. Die laufende Verwaltung übernimmt in der Regel ein lizenzierter Property Manager in Florida.
Wer ist Christoph Albeck?
Christoph Albeck ist Dipl.-Volkswirt, Immobilienentwickler mit 30 Jahren Erfahrung und Plan B Architekt. Er lebt seit 2020 in Freeport auf Grand Bahama, ist selbst dreimal ausgewandert und begleitet Unternehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Aufbau einer Wohnsitz-Option außerhalb der EU. US-Immobilien vermittelt Christoph Albeck nicht selbst, dafür arbeitet er mit lizenzierten Partnern.
Warum lebt Christoph Albeck auf Grand Bahama und nicht in Florida?
Christoph Albeck hat sich für Grand Bahama entschieden, weil die Bahamas 0 Prozent Einkommensteuer, Common Law und Nähe zum US-Markt verbinden, ohne US-Steuerresidenz auszulösen. Ein Wohnsitz in Florida würde die weltweite US-Besteuerung nach sich ziehen. Dubai hat er als Standort getestet und verworfen, weil dort kein starker Heimatmarkt existiert. Von Freeport aus ist Florida in rund 20 Minuten erreichbar.
Gibt es auf den Bahamas einen Mindestaufenthalt für die Residenz?
Nein. Weder die Home Owner’s Residence Card noch die Economic Permanent Residency setzen einen gesetzlichen Mindestaufenthalt voraus. Präsenz-Erwartungen im Einzelfall bestätigt der bahamaische Immigration Attorney. Solange dein Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt, bleibt die deutsche Steuerpflicht bestehen. Die Residenz auf den Bahamas ist deshalb zunächst eine Option, kein Umzug.
Zwei Wege – je nachdem, wer du bist
Ein Plan B außerhalb der EU entsteht nicht durch Lesen. Er entsteht durch einen ersten konkreten Schritt. Welcher passt zu dir?
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